Kendo

Abteilungsleiter

Jörg Dehde

Telefon: 07157-4491

Trainingszeiten

Montags: 20:00-22:00
(Turnhalle BZN Rommelsbach)
Mittwochs: 18:00-19:30
(Turnhalle BZN Rommelsbach)


Kendo bei der Post SG

Die Spannung zwischen den Kontrahenten, die sich belauern, entlädt sich blitzschnell - und laut. Mit einem markerschütternden Kampfschrei (japanisch: “Kiai”) krachen die Bambusschwerter auf die Gittermasken, während die Kämpfer in voller Rüstung aneinander vorbeirennen, sich umdrehen und zum nächsten Angriff übergehen.

Was auf den ersten Blick aussieht, als seien die Figuren aus einem martialischen Fantasyfilm lebendig geworden, ist in der Tat die älteste japanische Kampfsportart - Kendo, wörtlich übersetzt “Der Weg des Schwerts”.

Ursprünglich wurde diese Kampfkunst von den Samurai entwickelt und in der Feudalzeit mit dem blanken Schwert ausgeübt, meist ging es bei ihren Auseinandersetzungen um Leben und Tod. Aus dieser äußerst dramatischen Konfrontation entwickelte sich, ähnlich wie das bei uns bekanntere Judo oder das Karate, der heute weltweit praktizierte Kampfsport Kendo, als ganzheitliche Disziplin zur Förderung von Mut, Ausdauer und Charakter.

Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr wurde im 18. Jahrhundert verfügt, daß Kendo in den Fechtschulen nur noch mit einer Art Bambuskonstruktion, dem Shinai, praktiziert werden durfte. So entstanden die heute gültigen Techniken und Regeln des modernen Kendo.

Im Kendo werden im wesentlichen 4 Trefferzonen gewertet. Der Schlag oder Stich mit dem Shinai muß nicht nur die entsprechende Zone beim Gegner exakt treffen, sondern auch in korrekter Technik, Haltung und dem entsprechenden Kampfgeist mit einem Kampfschrei ausgeführt werden. Nur dann gilt ein Treffer als Beweis für die Einheit von Körper, Geist und Schwert. Zusätzlich wird bewertet, ob der Kämpfer die richtige Gelegenheit und den richtigen Zeitpunkt für seinen Angriff nutzt.

Sowohl als Sieger als auch als Verlierer eines Kampfes gewinnt man durch den Vergleich seines Könnens an Einsichten. Man erkennt seine Stärken und Schwächen und reflektiert sie für sich. Man geht auf die Suche, den Weg (Ken = Schwert, Do = Weg) nach Vollkommenheit, welche aber niemals erreicht werden kann. Der Weg selbst ist das Ziel.

Wer Kendo praktiziert und durchhält wird konfrontiert mit seinen eigenen Ängsten und Schwächen. Letztendlich geht es nicht um den Sieg über den Gegner, sondern um den Sieg über sich selbst. Wenn man ständig diesen Kampf eingeht wird Kendo für einen zum Erkenntnisweg und man beginnt sein Leben entsprechend den im Kendo erfahrenen Werten zu ändern.

Hinter dem Kampf mit dem Schwert steckt also mehr als nur die sportliche Variante einer hochentwickelten Kampfkunst. Neben den rein sportlichen Aspekten, wie Körperbeherrschung und Schnelligkeit, wird Kendo vor allem in Japan als Weg zur Schulung von Charakter, Disziplin und Willenskraft angesehen und ist durchaus als praktizierbare Philosophie zu verstehen. Das Leben schätzen im Bewußtsein des Todes - so könnte man den philosophischen Hintergrund des Kendo titulieren.

In Deutschland ist Kendo eine Randsportart. Obwohl es nur etwa 1300 aktive Kendoka gibt, finden aber regelmäßig Einzel- und Mannschaftswettkämpfe auf Landes- und Bundesebene statt. Die Vereine in Deutschland bieten zudem Lehrgänge mit Kendo-Meistern aus In- und Ausland an.

Der Einstieg ins Kendo ist prinzipiell unabhängig von Alter, Geschlecht und Körperstärke. Wichtiger sind innere Einstellung, Durchhaltevermögen und Willenskraft. Wer beim Training mitmachen oder auch nur mal zuschauen möchte ist jederzeit herzlich willkommen..